Pressespiegel:

  • Herford, 11. Mai 2011

„Nicht über uns, sondern mit uns“

Pläne für ein behindertenfreundliches Leben

Fordern mehr Teilhaberecht: Andreas Rödel, Angela Lück, Gerd Adolphy, Christa Kollmeier, Karl Finke, Stefan Schwartze und Norbert Killewald (Landesbehindertenbeauftragter, v.l.). FOTO: WERNER
Herford (fw). Die Landesregierung will die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung entscheidend verbessern. Ab 2012 soll es für Eltern von behinderten Kindern eine Förderungspauschale geben, die sich nach der Art der Behinderung und dem Alter des Kindes richtet.

Zu einem Gespräch über den „Aktionsplan Teilhabe“, den die NRW-Landesregierung voraussichtlich im September beschließen wird, hat der Stadtverband der SPD am Samstag den Landesbehindertenbeauftragten Norbert Killewald sowie den Bundessprecher der Initiative „SelbstAktiv in der SPD“, Karl Finke, in den Stadtgarten-Schützenhof eingeladen. An der politischen Diskussion beteiligten sich zahlreiche Vertreter örtlicher Behindertenverbände, wie der Lebenshilfe, der Diakonie und des Gehörlosenverbands.

Das barrierefreie Wohnen ist eines der wichtigen Themen des Aktionsplans: „Zwischen 70 und 80 Milliarden Euro stehen dem Land zur Förderung des Wohnungsbaus jährlich bereit“, so Norbert Killewald. Der Landesbehindertenbeauftragte fordert, dass Kredite nur an solche Bauherren vergeben werden sollten, die ihren Mietern zumindest teilweise barrierefreies Wohnen ermöglichen:

„Vorstellbar ist, dass die Wohnungen im Erdgeschoss behindertengerecht sein müssen.“ Die Genossenschaften und der deutsche Architektenbund würden eine derartige Regelung unterstützen. Damit es in den Kommunen zur Umsetzung derartiger Regelungen kommen kann, müssten „Behindertenverbände laut und deutlich ihre Forderungen anmelden.“

Gerd Adolphy, der Behindertenbeauftragte der SPD Herford, machte deutlich, dass es noch immer nicht gelungen sei, Behinderte in gesellschaftspolitische Entscheidungen einzubinden: „Es soll nicht über uns, sondern mit uns bestimmt werden.“

Der Teilhabeplan soll das künftig ändern. So wünscht sich der Gehörlosenverband, dass durch den Aktionsplan die Gehörlosensprache als Amtssprache anerkannt wird, dass mehr Dolmetscher verfügbar sind und dass das Fernsehprogramm mehr Sendungen mit Untertiteln ausstrahlt.

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08 - Herford, Dienstag 10. Mai 2011