Pressespiegel:

  • Löhne, 03. Mai 2011

Partnerstadt zeigt ihre Vielfalt

Mielecer Kulturtage kommen gut bei Löhnern an - Exponate und Kunstwerke bleiben noch in der Werrestadt

Schüler der Städtischen Realschule schenken Kaffee und Kuchen an die Besucher aus: Charlotte Krämer (von links), Angela Lück, Stefan Schwartze, Ina Böker, Gaby und Julian Arndt. Foto: Lemke
Von Frank Dominik Lemke
Löhne (LZ). Viel zu schnell sind die Tage vergangen. Bereits heute machen sich die 80 Gäste aus der Partnerstadt Mielec wieder auf den Weg zurück nach Polen. Was sie auf den Mielecer Kulturtagen mit den Löhner Bürgern geteilt haben, wird allerdings lebendig in Erinnerung bleiben: herzliche Freundschaft und ein großartiges Kulturprogramm.

»Mielec ist stolz auf sein Handwerk«, sagte Zbigniew Szypula, der Direktor des Mielecer Regionalmuseums, im Löhner Heimatmuseum. Schon im Mittelalter gab es in der polnischen Stadt viele Zünfte, darunter auch Goldschmiede, die ihre feinen Arbeiten über die Landesgrenzen hinaus exportierten. Im Jahr 1900 brannte ein Großteil der Stadt nieder. Doch die Mielecer bauten ihre Stadt wieder auf. Heute schmücken stattliche Häuser im neubaroken und neoklassizistischen Stil die Straßenzüge. Wie Mielec sich in den vergangenen einhundert Jahren entwickelt hat, stellt das Regionalmuseum der etwa 60 000 Einwohner großen Stadt im Löhner Heimatmuseum vor. Fotografien im Großformat zeigen die Stadt heute und vor 50 Jahren. Außerdem überlässt das Mielecer Museum eine Auswahl seiner mehr als 300 antiken Kameras dem Löhner Heimatmuseum, darunter Voigtländer-Apparate aus dem 19. Jahrhundert, die noch aus Messing, Teakholz und Leder gefertigt wurden. Bis zum 29. Mai bleibt die Ausstellung im Heimatmuseum geöffnet. Einen weiteren Teil Mielecer Geschichte brachte der Briefmarkenverein Mielec mit seltenen Postkarten und Briefmarken über Papst Johannes Paul II. in die Werretalhalle. Das Ensemble »Hortus Musicus« ließ mittelalterliche polnische Musik, wie sie schon die Goldschmiede im 15. Jahrhundert gehört haben, erklingen. In der Stadtbücherei stellten der Löhner Autorinnentreff und die literarische Gruppe »Slowo« einen gemeinsam geschriebenen Gedichtband vor - ein Kind der »Löhner Kulturtage« des vergangenen Jahres, als eine Löhner Delegation die polnische Stadt im Karpatenland besuchte. »Leider können wir nur einen sehr kleinen Teil unserer Kultur präsentieren«, sagte Zbigniew Szypula. Im Foyer der Werretalhalle eröffnete Edward Kocianski, Mitglied der Gesellschaft »Freunde der Bildenden Künste« in Przemysl, die Galerie »Polski Blues«. Besucher können seine kontrastreichen Werke und Gregorz Cebulas farbenfrohe Bilder bis zum 16. Juli entdecken.

Höhepunkt der Mielecer Kulturtage waren die Tanzvorführungen der Gruppe »Bez nazwy« sowie die Breakdancer Maciej Zbrzezny und Konrad Bozek. Das jugendliche Tanzensemble präsentierte eine sowohl ästhetisch als auch inhaltlich sehr anspruchsvolle Bühnenshow. Die 350 Zuschauer applaudierten begeistert zwischen den abwechslungsreichen Showeinlagen. Zum Abschluss der Kulturtage sang der Lehrerchor »Akord« des polnischen Lehrerverbandes. Das Ehepaar Jasinski hat die Kulturtage genossen. Sonja und Ryszoivd kommen zwar gebürtig aus Mielec, leben aber seit zwanzig Jahren in Herford. Der Besuch in Löhne hat sie an ihre Heimat erinnert: »Einfach schön. Das war eine tolle Show«, sagte Sonja Jasinski. Die Freundschaft von Mielec und Löhne begann vor elf Jahren. »Ich habe niemals gedacht, dass die Partnerschaft beider Städte so ein Erfolg wird«, sagte Henryk Bury, der als Unternehmer mit Firmensitz in Löhne und Mielec beide Städte als Partner miteinander verband. Jedes Jahr organisieren beide Seiten den Austausch von Schülern. Die Kulturtage sind der Höhepunkt einer inzwischen gewachsenen Freundschaft. Der stellvertretende Bürgermeister, überhaupt die Delegation aus Mielec, legte viel Wert darauf, die Löhner lächeln zu sehen. »Wir hoffen, dass wir ihr Interesse wecken konnten. Vielleicht kommen sie uns ja mal besuchen«, sagte Bogdan Bieniek, Mielec' Vizepräsident.

Löhner Zeitung 03.05.2011