Pressespiegel:
Schnatgang: Mobil gegen Südbahn-Ausbau
SPD-Stadtverbände Löhne und Bad Oeynhausen organisieren Schnatgang entlang der Bahntrasse

Löhne-Gohfeld (LZ). »Südbahnausbau: Nein, danke!« lautete einer von vielen Schriftzügen auf Bannern und Plakaten, die Mitglieder der SPD-Stadtverbände Löhne und Bad Oeynhausen angefertigt hatten. Mit ihnen und 30 Bürgern haben sie sich am Samstag zu einem Schnatgang entlang der Südbahntrasse aufgemacht.
Ziel war es, sich den Verlauf der Strecke anzusehen und mit betroffenen Bürgern ins Gespräch zu kommen. »Wir müssen uns nicht nur gegen den Ausbau aussprechen, sondern den Protest aufrecht erhalten und das Thema präsent machen«, erklärte Stefan Schwartze, Mitglied des Bundestages, der den Schnatgang anführte. Los ging der Besichtigungs-Marsch in Gohfeld am Bahnübergang neben der Bäckerei Simon. Schon dort wurden einige mögliche Auswirkungen eines Ausbaus deutlich. »Wir haben neben vielen Bahnübergängen noch einige Besonderheiten. Bei den Planungen wurde die Topographie außer Acht gelassen. Wir haben an vielen Orten eine dichte Wohnbebauung«, sagte Schwartze. Bis zu 180 Züge würden nach einem Ausbau täglich die Strecke entlang fahren und für Erschütterungen und hohe Lärmbelästigung sorgen.
Dass auch Kliniken betroffen wären, wurde während des Schnatgangs deutlich. Bei einem Zwischenstopp an der Maternus-Klinik wurden die Bürger und Politiker von Verwaltungsdirektor Martin Groll begrüßt. Er stellte die Nachteile für Patienten und Klinik heraus. »Richtige Erholung wäre bei ständigem Güterverkehr dort nicht mehr möglich. Bad Oeynhausen wäre als Tourismus- und Gesundheitsstandort gefährdet«, sagte Schwartze.
Weitere Anlaufstellen waren die Bali-Therme sowie der Bahnübergang in Bad Oeynhausen. Endstation war die Bäckerei Seeger, Südbahnstraße, wo es eine Stärkung mit Kaffee und Butterkuchen gab.
Der SPD gelang es auch, ein weiteres Tagesziel zu erreichen und viele Unterschriften für die Petition gegen den Ausbau zu sammeln. Am Samstagmittag war die SPD mit einem Stand am WEZ an der Weserstraße in Bad Oeynhausen vertreten, um dort ebenfalls über die Thematik zu informieren und weitere Unterschriften für die Petition zu sammeln.
»Die Südtrasse hat so hohe Lärmschutzauflagen, dass die Kosten dafür in keinem Verhältnis stehen würden«, hatte Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, gegenüber dieser Zeitung jüngst erklärt (LÖHNER ZEITUNG vom 24. August). Er sagte weiter: »Damit besteht kaum eine Aussicht, dass diese Maßnahme jemals realisiert wird.« Aufgrund der hohen Kosten sei die eigentlich favorisierte Nordstrecke aus dem Blickwinkel gerückt. »Die Gutachter mussten dann Alternativen prüfen und sind auf die Südtrasse gestoßen. Dabei wurde aber nur eine grobe Pauschale für die Lärmschutzauflagen berücksichtigt«, erklärte Enak Ferlemann in diesem Zusammenhang. Dass diese aber deutlich höher ausfallen werde, sei bei der Strecke, insbesondere durch das Bad Oeynhausener Klinik- und Kurgebiet, klar.
Westfalen Blatt vom 05.09.2011







