Pressespiegel:
Tabak und Kanalprüfung: Eine Reise, viele Themen
Historischer Spaziergang durch Bünde mit den Abegordneten Angela Lück und Stefan Schwartze

Jörg Militzer und Ulrich Kleyer, verkleidet als die Zigarrenpioniere Friedrich August Steinmeister und Töns Wellensiek, leiteten die 24 Teilnehmer zu historisch relevanten Plätzen im Bünder Zentrum.
Zum Ausklang des Spaziergangs gab es Kaffee und Kuchen im früheren Wohnhaus von Töns Wellensiek. Dieses beheimatet seit April des Jahres das Café „Fenstergucker“. Hier nahmen sich Angela Lück und Stefan Schwartze Zeit, im historischen Ambiente auch Aktuelles mit den Interessierten vor Ort zu besprechen.
Die Dichtheitsprüfung war ebenfalls Thema. Besonders durch die Situation in Bruchmühlen, wo die Landesgrenze direkt durch die Gemeinde verläuft und so für Unzufriedenheit der Anwohner sorgt (die NW berichtete). „Das ist ein sehr emotionales Thema“, so Lück. Fakt sei aber, dass die Prüfung im Wasserhaushaltsgesetz des Bundes festgelegt sei und damit auch die Fristen für alle Bundesbürger gelten. Die Umsetzung wurde aber an die Länder übergeben, von denen NRW zum Beispiel eine landesweite Regelung vorgibt, Niedersachsen die Umsetzung aber an die Kommunen weitergibt. Obwohl also der „Schwarze Peter“ für diese kostenintensive Prüfung nach unten weitergereicht werde, komme im Endeffekt niemand in Deutschland daran vorbei. „Aber eigentlich versteht ja auch jeder, dass etwas für die Sauberkeit des Wassers getan werden muss“, so Lück, „und wir arbeiten auch bereits daran, für sozialschwache Hauseigentümer Lösungen zu finden.“
Stefan Schwartze äußerte sich zum Missverhältnis von Schulabgängern und freien Ausbildungsplätzen: „In den 90er Jahren lagen wir im Kreis Herford weit vorne in der Ausbildungsstatistik“, so der Bundestagsabgeordnete, „2009 aber ganz am Ende.“ Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Auszubildenden dann wieder angestiegen, aber noch weit vom Ideal entfernt. „Wir haben im Bundestag versucht, ein Sonderprogramm zur Förderung der Ausbildungsstellen im öffentlichen Bereich durchzubekommen, das ist aber abgeschmettert worden.“
Rund 1.000 Jugendliche seien im Kreis Herford jährlich ohne Ausbildungsplatz, der bundesweite Trend gehe aber in die andere Richtung. „Das hängt allerdings auch damit zusammen, dass hier die Geburtenrate überdurchschnittlich ist“, weiß Schwartze, „ab 2020 werden wir der jüngste Kreis in Deutschland sein.“
Inwieweit die internationale Finanzkrise Einfluss auf die Zahl der Ausbildungsstellen und die generelle wirtschaftliche Entwicklung im Kreis Herford hat, konnten beide Politiker nur schwer einschätzen. „Das Ministerium gibt fast keine Informationen an das Parlament weiter“, kritisiert Stefan Schwartze. „Das Meiste, was wir wissen, erfahren wir durch internationale Kontakte des Ministers.“ Ein weiteres Thema, das Lück und Schwartze für den Kreis Herford in Land- und Bundestag am Herzen liegt, ist die Förderung erneuerbare Energien. Für Bünder Bürger spannend sei wahrscheinlich der Antrag auf ein Autobahnschild, der auf die historische Vergangenheit der Zigarrenstadt hinweist, so Angela Lück. „Da bin ich aber noch nicht so richtig weiter gekommen.“
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10 - Bünde, Mittwoch 31. August 2011







