Pressespiegel:

  • 22. Juli 2011

Nachwuchs erobert den Landtag

Katharina Sturm ist Jugend-Abgeordnete

Katharina Sturm ist im Jugendlandtag gewesen. Foto: Budde
Von Oliver Budde
Löhne (LZ). Es ist Sitzung. Der Plenarsaal im Düsseldorfer Landtag ist voll besetzt. Doch auf dem Platz Nummer 133 sitzt nicht wie gewohnt die heimische SPD-Abgeordnete Angela Lück, sondern Katharina Sturm. Die Löhnerin hat den Kreis Herford im NRW-Jugendlandtag vertreten.

»Es war richtig toll in Düsseldorf«, sagt Katharina Sturm im Gespräch mit der LÖHNER ZEITUNG. Die frisch gebackene Abiturientin von der Bertolt-Brecht-Gesamtschule war eine von 181 Jugendlichen aus Nordrhein Westfalen, die sich nach der erfolgreichen Premiere vor drei Jahren als Politikerin ausprobieren durften. Katharina Sturm hat für drei Tage den Kreis Herford im NRW-Jugendlandtag vertreten.

»Es war schon ganz schön groß dort und auf jeden Fall eine neue Erfahrung«, beschreibt die 19-jährige Löhnerin die Erlebnisse der vergangenen Tage. »Ich bin zwar bereits in der Politik auf kommunaler Ebene aktiv, aber ich weiß nicht, wie alles abläuft im Landtag«, erzählt Katharina Sturm.

Seit etwa fünf Jahren engagiert sich die 19-Jährige in ihrer Freizeit bei der Jugendorganisation der SPD. Auf die Idee gekommen, sich für den NRW-Jugendlandtag zu bewerben, ist die Löhnerin durch die heimische Abgeordnete Angela Lück, deren Platz sie im Landtag auch eingenommen hatte. Lück unterstützte ihre »Vertreterin«, indem sie ihr ihre Mitarbeiter zur Seite stellte. »Beim Jugendlandtag lässt sich erleben, wie Landespolitik funktioniert«, erklärt die Landtagsabgeordnete.

»Es war toll, die Abgeordnetentätigkeit hautnah miterleben zu dürfen«, sagt Katharina Sturm. Denn vom Ablauf her war alles ein wenig so, wie es die Politiker täglich erleben. Die zwei Themen »Alkoholkonsum einschränken« und »In der Schule mehr für's lernen« hatten die Jugendlichen in ihren Vorbereitungstreffen ausgewählt. Diese hieß es dann in Fraktionssitzungen und Landtagsdebatten auszuarbeiten und anschließend Beschlüsse zu verfassen. So haben sich die Jugendlichen überlegt, dass die Alkoholwerbung vor 22 Uhr verboten werden sollte und dass mehr Geld in die Prävention gesteckt werden soll. Für das Schulthema einigten sich die jungen Abgeordneten auf den Beschluss, dass der Wechsel in den Beruf erleichtert wird und ein Sozialarbeiter pro Schule verpflichtend werden soll.

Die Ideen der Jugendlichen werden nach der Sommerpause der Politiker in realen Ausschüssen des echten Landtags auf der Tagesordnung stehen und von den Fraktionen diskutiert. »Ich hoffe schon, dass die Politiker sie dann auch verwirklichen werden«, sagt die Löhnerin.

Besonders die Fraktionsarbeit war für die 19-Jährige ein anstrengendes Stück Arbeit. Über drei Tage hinweg habe für sie »eine Sitzung nach der anderen« auf dem Programm gestanden. Trotzdem seien die Diskussionen äußerst spannend gewesen.

Nur selbst in der Debatte eine Rede halten konnte die Löhnerin nicht. »Ich habe den anderen den Vortritt gelassen, weil sie einfachbesser im Thema waren«, erzählt sie. Überrascht hat Katharina Sturm nur, dass alle Jugendlichen am Ende der drei Tage einer Meinung gewesen wären und der Beschluss somit leicht fiel.

Löhnet Zeitung Artikel vom 21.07.2011