Pressespiegel:

  • Spenge, 08. Juli 2011

Hoher Besuch für ein altes Gemäuer

Carina Gödecke und Angela Lück besichtigen Werburg / 60.000 Euro fehlen schon im ersten Bauabschnitt

Miniatur und Original: Bevor sich Carina Gödecke (2.v.l.) die modellierte Zukunftsvision des alten Gemäuers von Dr. Werner Best, Angela Lück und Klaus Heienbrock (v.l.) erklären lässt, geht sie mit Magnus Pamme durch die alten Räume. FOTOS: CAP

VON CARMEN PFÖRTNER
Spenge. Die Vizepräsidentin des Landtages NRW, Carina Gödecke, entdeckte gestern Nachmittag zusammen mit Angela Lück die Werburg in Spenge. Neben vielen kleinen Daten und Fakten über das barocke Haus, die Magnus Pamme vom Architekturbüro Lange und Dr. Werner Best erklärten, wurde ein wichtiger Fakt ganz schnell klar: Um das Schmuckstück in das geplante Kindermuseum umzuwandeln, braucht es noch eine ganze Menge Geld.

„250.000 Euro kostet allein der erste Bauabschnitt“, berichtet Magnus Pamme, der die Werburg während der Sanierungsarbeiten betreut. Mit seinem Team ist er gerade dabei, die alten Farbschichten abzutragen und die originalen Materialien, wie Lehmsteine, wiederherzustellen. „Die Mittel sind beim Land beantragt, bisher haben wir aber noch keine Genehmigung erhalten“, berichtet Pamme. 60.000 Euro würden aktuell fehlen, um die Sanierungsarbeiten am Laufen zu halten.

Eine missliche Lage, die auch Carina Gödecke nachvollziehen kann: „Das ist ein faszinierendes Gemäuer“, sagt die SPD-Frau. Jeder Tag, den die Sanierungsarbeiten still stehen würden, wäre ein Verlust – es handele sich schließlich um ein baufälliges Gebäude.

Die besagte Baufälligkeit konnte die Vizepräsidentin dann auch selbst entdecken: Bei einem Rundgang durch die Werburg steuerte Magnus Pamme die verschiedenen historischen Orte an. Vor einer zerfallenen Wand macht die Vizepräsidentin halt und fragt nachdenklich: „Wenn so ein Gebäude entdeckt wird – geht einem da das Herz auf oder rutscht es in die Hose?“

1721 habe die letzte Sanierung stattgefunden, der Bau stammt aus dem barocken Zeitalter und soll so wieder hergestellt werden. „Die Raumaufteilung bleibt erhalten“, sagt Pamme.

An einem Miniatur-Modell können Carina Gödecke, Angela Lück und Klaus Heienbrock sehen, wie die Werburg in vier Jahren aussehen könnte. „Ein Museum für Schüler“, sagt Dr. Werner Best. Es soll ein Ort werden, an dem Kinder Geschichte spielerisch erfahren können.

Für Carina Gödecke besonders interessant: Die studierte Lehrerin lässt sich von Best erklären, wie man mit Hilfe eines Gummibärchens und einer Nussschale den Bau einer Taucherglocke nachempfinden kann – ein Experiment, wie es Kinder künftig in der Werburg erleben könnten. „Ein Museum, wie es hier entstehen soll, ist normalerweise in Museumsdörfern zu finden. Ein freistehendes wie hier wäre ganz toll“, sagt Gödecke begeistert.

Doch da beiße die Maus keinen Faden ab – es würden insgesamt noch 400.000 Euro fehlen, so Best. Der Vorsitzende des Werburgvereins äußert außerdem zeitliche Bedenken: „Das ehrenamtliche Engagement ist sehr groß. Wenn allerdings nichts passiert, sind unsere Leute demotiviert.“

Jetzt soll noch einmal bei den Ämtern des Landes angefragt und an die Werburg erinnert werden, um die nötigen Gelder zu lockern. Auch Marianne Thomann-Stahl, Regierungsabgeordnete aus Detmold, habe bereits ihr Wohlwollen geäußert.

Und Hans-Peter Tietze vom Werburgverein verspricht: „Wir krempeln auf jeden Fall die Ärmel hoch und versuchen alles Mögliche, um die Werburg voranzubringen.“

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09 - Enger-Spenge, Freitag 08. Juli 2011