Sommertour

von Gaby Arndt

c/o Petra Scholz

Sommertour: Staatssekretärin für Integration besucht Kommunales Integrationszentrum im Kreis Herford

Kreis Herford. Integrationsstaatssekretärin Serap Güler ist seit vergangener Woche auf Sommertour durch Nordrhein-Westfalen. Dabei besuchte sie das Kommunale Integrationszentrum im Kreis Herford. „Mir ist wichtig, die Integrationsarbeit in den Kreisen und kreisfreien Städten vor Ort persönlich kennenzulernen. Die Bedarfe sind in den Regionen sehr verschieden. Das müssen wir stärker berücksichtigen“, erklärte die Staatssekretärin.

Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, in dem es Kommunale Integrationszentren (KI) gibt. Die Einrichtungen bieten Angebote für Kinder und Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte, die die Bildungschancen verbessern sollen. Daneben koordinieren sie die Aktivitäten und Angebote der Kommunen und freien Träger in Bezug auf Integration und das Zusammenleben in Vielfalt. Seit 2015 unterstützen die Kommunalen Integrationszentren Bürgerinnen und Bürger, die Geflüchteten vor Ort ehrenamtlich helfen.

Staatssekretärin Güler lobte während ihrer Sommertour die Arbeit der Einrichtungen: „Für die bessere Vernetzung der Integrationsarbeit vor Ort sind die Kommunalen Integrationszentren mittlerweile unverzichtbar. Die neue Landesregierung will deshalb den Austausch mit den Einrichtungen intensivieren und sich einen Überblick über die Schwerpunkte verschaffen, die sich die Kommunalen Integrationszentren selbst ausgesucht haben.“

Eine Nachricht die im Kreishaus mit Freunde angekommen ist, erklärt Landrat Jürgen Müller: „Das Kommunale Integrationszentrum hat sich als wahrer Glücksfall erwiesen. Es hat gerade begonnen zu arbeiten, als uns 2015 die große Flüchtlingswelle erreichte. Seitdem koordiniert es die Netzwerkarbeit vieler Flüchtlingshelferinnen und Flüchtlingshelfer, unterstützt bei der Beschulung der Flüchtlingskinder und qualifiziert die Menschen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Diese Arbeit hat das Problem kleiner werden lassen und es hat dabei geholfen, dass heute miteinander gearbeitet wird, ganz im Sinne der Integration und all derer die daran beteiligt sind.“

Im Kreis Herford liegen die Schwerpunkte aktuell in der Interkulturellen Öffnung der Kreisverwaltung, beim Abbau von Zugangsbarrieren zur Kreisverwaltung und in Fortbildungsangeboten für Auszubildende. Daneben fokussiert sich das Kommunale Integrationszentrum auf die Seiteneinsteigerberatung und die Weiterentwicklung der Angebote für Bildungseinrichtungen.

„Wir werden uns jetzt mit dem Thema Migration und Gesundheit beschäftigen. Da stehen dann beispielsweise Älterwerdende im Vordergrund, aber auch das zunehmende Pflegepersonal mit Migrationshintergrund. Wir werden uns zukünftig etwas mehr mit den alteingesessenen Migrantinnen und Migranten beschäftigen können – der Schwerpunkt wird nicht nur auf der Flüchtlingsarbeit liegen“, erklärt Mirjam Bibi, Leiterin des kreisweiten Kommunalen Integrationszentrums.

Weitere Stationen der Sommertour der Staatssekretärin Güler sind Düsseldorf, Hochsauerlandkreis, Kreis Heinsberg, Kreis Unna, Rhein-Sieg-Kreis und Solingen. Zuvor war sie bereits in Aachen, Münster, Herne, Bielefeld, im Kreis Wesel und im Ennepe-Ruhr-Kreis. Perspektivisch will die Integrationsstaatssekretärin alle Kommunalen Integrationszentren in Nordrhein-Westfalen besuchen.

2012 hatte der Landtag mit den Stimmen der Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP das Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen beschlossen. Damit wurde auch der Grundstein für die Einrichtung der Kommunalen Integrationszentren gelegt. Heute verfügen 53 der 54 Kreise und kreisfreien Städte in NRW über ein Kommunales Integrationszentrum. 2016 wurden insgesamt rund 39,4 Millionen Euro für die Arbeit der Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Davon kamen 19,6 Millionen Euro aus den kommunalen Haushalten, 14,5 Millionen Euro waren Landesmittel und fast 5,3 Millionen Euro waren Stiftungs- und Drittmittel.

Pressetext Kreis Herford, 07.08.2017

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