Friedliche Demo für ein weltoffenes Bünde

von Gaby Arndt

c/o Gaby Arndt

Myriam Domke-Feiner, Neue Westfälische

Bünde. Sie trugen Transparente, Plakate und Schilder. Aus Lautsprechern ertönte laute Musik, zwischendrin verlasen die Organisatoren ihre Botschaften. "Bünde bleibt bunt statt braun", "Wir wollen keine Rassisten und Nationalisten", "Wir wollen keine AfD und keine Neonazis".

Am Samstagnachmittag, zur besten Besucherzeit des Zwiebelmarktes und einen Tag vor der Bundestagswahl, hatte das lokale Bündnis, bestehend aus SPD, Grünen, Die Linke, Deutscher Gewerkschaftsbund, IG Metall, Antifa, Verein International, Alevitengemeinde und Villa Kunterbunt, zu einer Demonstration gegen Rechts aufgerufen.

Anlass war das vermehrte Auftauchen von Aufklebern der neonazistischen Kleinstpartei "Der Dritte Weg" in Bünde, die auffällig hohen AfD-Wahlergebnisse in Bünde bei der vergangenen Landtagswahl sowie die Störung des Auftritts von EU-Kommissar Günther Oettinger auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung im Steinmeisterpark vor einigen Wochen durch rechte Gruppierungen. Laut Polizei verlief die Veranstaltung am Samstag friedlich. Die Beamten hätten keine anlassbezogenen Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten festgestellt.

Die Demo startete auf dem Bahnhofsvorplatz. Von dort zogen die rund 200 Teilnehmer durch die Innenstadt bis zum Steinmeisterpark. Irmgard Pehle vom "Bündnis gegen Rechts" sprach als eine der Hauptorganisatorinnen: "Wir haben keine Lust, in einer Gesellschaft zu leben, in der Rassisten und Nationalisten immer mehr in den öffentlichen Raum und die Parlamente drängen."

Neben dem "Dritten Weg" richtete sich Pehles Kritik vor allem gegen die Alternative für Deutschland (AfD): "Für uns ist die AfD keine demokratische Partei. Sie arbeitet mit dem Trick, sich als Opfer darzustellen."

Auch wenn es bei dieser Demo eigentlich um rechte Gewalt ging, kam die Sprache auch auf ihren ideologisch "links" gefärbten Gegenpart. Unter den Demonstranten gab es da recht unterschiedliche Sichtweisen. "Ich verurteile rechte Ideologien schneller als linke.Wir sind nun einmal eine linke Partei", sagte SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück.

 Weiterlesen Neue Westfälische 25.09.2017

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