Die Hochschule Lemgo – ein Ort zum Studieren – Forschen und zur Ansiedlung von Unternehmen

von Gaby Arndt

c/o Gaby Arndt

 

Kreis Herford/Lemgo. Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit ihren drei Standorten in Lemgo, Detmold und Höxter und insgesamt 6700 Studierenden ist unter den TOP 10 der forschungsstärksten Hochschulen bundesweit und in Nordrhein-Westfalen die erste Adresse in Forschung und Entwicklung. Grund genug für die Landtagsabgeordnete Angela Lück einer Einladung des Präsidenten Professor Dr. Jürgen Krahl zu folgen und einen Abstecher nach Lemgo zu starten.

 

Prof. Dr. Krahl und Vizepräsidentin Prof. Dr. Christin Bartel empfingen die Abgeordnete im Verwaltungsgebäude der Uni. Ein wichtiger Bestandteil des Gesprächs war die Digitalisierung der zukünftigen Arbeitswelt. Auf die Frage Angela Lücks, „Wo sehen Sie die Arbeitsplätze für Menschen in der Zukunft. In meinem Heimatwahlkreis gibt es Firmenhallen in denen maximal noch 7 Mitarbeiter tätig sind.“ „Während Industrie 3.0 ein Jobkiller für bestimmte niederschwellige Berufe war, ist Industrie 4.0 eine Chance für Menschen, mit Hilfe der Digitalisierung neue Arbeitsfelder auszuüben. Dafür haben wir Programme entwickelt, die jedem die Möglichkeit eröffnen auch komplizierte Abläufe selbstständig abzuarbeiten.“, erklärt Professor Krahl.

 

Um diesen Arbeitsprozessen ein Gesicht zu verleihen, besuchten sie die benachbarte SmartFactoryOWL, ein Projekt der Hochschule OWL und des Frauenhoferinstituts IOSB-INA. Frau Dr. Nissrin Perez begleitete die kleine Gruppe durch die intelligente Fabrik und forderte die Abgeordnete auf, sich selbstständig einen kleinen Löwen an einem digitalen Arbeitsplatz zusammenzustellen. „Eine ungewöhnliche Erfahrung sich von einem Programm leiten zulassen, ohne nachzudenken die richtigen Fächer für die einzelnen Teilchen genau und präzise zu erkennen und zusammenzubauen.“, so Lück, die nach kurzer Zeit einen fertigen kleinen Löwen in den Händen hielt. Die Besonderheit ist, dass jedes Bauteil und jeder Arbeitsprozess vom Programm gesteuert und angeleitet wird, durch z. B. die Beleuchtung der Fächer in denen sich immer nur ein gleiches Teilchen befindet.

„Wir sind eine offene Einrichtung. Jeder kann hier seine Ideen einbringen Bürgerinnen und Bürger, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Firmen, Schülerinnen und Schüler. Hier lebt alles vom Mitmachen.“, so Perez. „Hier steht der Mensch im Vordergrund und nicht die Technik“, bestätigt Professor Krahl.

 

Viele ostwestfälische Firmen haben einen Teil ihrer Firma auf den Innovation Campus Lemgo verlegt, um an Entwicklungsprozessen teilzunehmen oder voranzutreiben und Studentinnen und Studenten einen Einblick in ihre zukünftige Arbeitswelt zu ermöglichen. Viele Studierende arbeiten auch schon während des Studiums in diesen Firmen und erwerben somit wertvolle Erfahrungen und natürlich auch ein Gehalt. Die Firmen profitieren im Gegenzug vom frischen Geist der jungen Menschen.

Das sogenannte Business-on-Campus Modell ist eine Erfolgsgeschichte, um die viele Hochschulen Lemgo beneiden.

 

Zurück im Büro des Präsidenten stellte uns Frau Prof. Dr. Yvonne-Christin Bartel die Einrichtung eines neuen Studienganges in Höxter vor, Precision Farming und Digitales Freiraummanagement.

 

Beim Precision Farming geht es um eine große Menge an Daten, die in der Landwirtschaft schon seit vielen Jahren erhoben werden, einer Nutzung und einem Mehrwert zuzufügen. Dass die Automatisierung schon ihren Einzug in die Landwirtschaft gehalten hat, ist für Landwirte bereits Alltag. „Wir nutzen die Digitalisierung, um den Landwirten für ihre Arbeit ein gezieltes Management und die Optimierung ihrer Betriebs- und Ablaufplanung zu ermöglichen.“ Professor Krahl machte dies an einem Beispiel bildhaft, es gibt in einem kleinen Teilbereich des Feldes einen Befall von Schädlingen. Durch den Einsatz von Drohnen und Kameras könnte man die entsprechende Stelle orten und eingrenzen den Befall durch sehr wenig Pflanzenschutzmittel ganz gezielt bekämpfen. Ebenso könnte dies bei   Nährstoffmangel durch gezielte Aufbringung von Dünger geschehen. Dadurch werden der Ressourceneinsatz und die Umweltbelastungen minimiert sowie der Ertrag optimiert.

 

„Das digitale Freiraummanagement ist die angewandte Gestaltung von Freiräumen. Durch die Erfassung von Frei- oder Grünflächen kann die Planung, Ausführung und Unterhaltung für Städte und Gemeinden nachhaltiger betrachtet werden. Es dient der effizienten Nutzung und Erfassung von zum Beispiel städtischen Freiflächen.“, so Frau Bartel.

 

Ein weiterer Baustein wird die im Aufbau befindlichen SmartFoodFactory an der Hochschule OWL sein. „Wir begleiten das Lebensmittel quasi von der Entstehung bis zum Verkauf.“, so die Vision der Vizepräsidentin Bartel und des Präsidenten. „Ich komme auf jeden Fall wieder, wenn die SmartFoodFactory ihre Türen öffnet“, versprach Angela Lück.

 

Ein weiteres Highlight steht der Hochschule (dem Präsidium) noch bevor, denn wie bereits von der rot-grünen Landesregierung im März 2017 beschlossen wurde, erhält Ostwestfalen-Lippe mit den Kreisen Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn sowie der kreisfreien Stadt Bielefeld den Zuschlag für die REGIONALEN 2022, die mit einer millionenschweren Förderung durch das Land NRW versehen ist. Mitgestalter wird die Hochschule OWL sein.

-REGIONALEN verbessern die interkommunale Zusammenarbeit von Städten und Gemeinden und stärken dadurch die Regionen, deren Wirtschaft, den Tourismus und die Mobilität der Menschen vor Ort.-

 

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